Zum Abschluss des Frühjahrsprogramms „Irish Stew“

27.03.2026, Burghaus Bielstein

Fast wie in einem Dubliner Pub konnten sich die Gäste beim letzten Abend des Frühjahrsprogramms des Kulturkreises Wiehl mit „Irish Stew“ fühlen. Eine Band die nicht ganz traditionell spielt, „auch wenn wir eine Teufelsgeigerin haben“, so Bandleader Günter Koch. Birgit Heydel legte auch schon beim ersten Stück richtig los. Wunderschön auch ihr Intro zu „Picards Jig“. Die charismatische Musikerin hat klassische Geige studiert, aber schon früh im Irish Folk ihre musikalische Heimat gefunden. Aber auch die anderen vier Musiker - Günter Koch (Vocals, Mandolin, Bodhrán), Dietmar Mario Orfgen (Guitar, Back Vocals), Thomas Rißmann (Bass), Ingo Meyer (Drums) und Sängerin Ines Caffier lieben unüberhörbar die irische Musik.

„Irish Stew“ ist ein traditionelles Eintopfgericht der irischen Küche – „Irish Stew“ ist aber auch eine Band aus Windeck, die irische Rock Songs oder auch tanzbare Jigs und Reels, irische Klassiker oder gefühlvolle Balladen spielt und deren Musik in Bielstein die Gäste fast zum Tanzen brachte. Frontmann Günter Koch forderte mehrfach dazu auf, aber da ist der Oberberger eher stur – allerdings gab es doch schon einige Tanzeinlagen in den Reihen des Publikums an der Seite und in den hinteren Reihen. Sehr tanzbar war beispielsweise das „Air mignon“. Die Neuinterpretation der irischen und schottischen Folkmusik mit rockigen Rhythmen, einfühlsamen Balladen war genau das richtige für diesen Abend im Burghaus Bielstein. Da mussten nicht erst in der Pause ein paar Bier getrunken werden, auch wenn Koch meinte: „Im zweiten Teil, wenn ihr schon einige Biere getrunken haben, klingen wir besser“. Für ein Stück setzten sie ein besonderes Musikinstrument ein: Bierflaschen mit Plopp- bzw. Bügel-Verschluss. Und das „Wellerman“-Stück, das während der Pandemie besonders populär wurde, sangen alle mit.

Es gab sogar Kerzenstimmung.  „Ich hoffe ihr habt alle die Kerzen-App auf dem Handy, Taschenlampe geht auch“, so Koch zur Ballade „Black is the colour“. Ein trauriges Lied über zwei Schwestern - „The cruel sisters“, eine sehr alte, traditionelle Folk-Ballade, die hauptsächlich in Großbritannien, Irland und Skandinavien verbreitet ist - erklang außerdem im Burghaus. Es gehört zur Gattung der "Murder Ballads" (Mordballaden) und ist tief in der keltischen und nordischen Folklore verwurzelt. Die meisten irischen Lieder würden von Liebe, Krieg - und „saufen“, wie „Whiskey in the jar“ oder „Lady of the bottles“, handeln, so Koch. Um flüssiges ging es auch bei „King of the sea“ - laut Koch das „Fischstäbchen“-Lied. Noch nie zuvor gespielt haben sie „Hills of Claire“, zu dem Sängerin Inde Caffier, die ihren ersten Auftritt mit der Band hatte, eine authentische Geschichte erzählte. Sie hatte im Urlaub in Irland eine ältere Dame kennengelernt, die sie zum Tee eingeladen hatte und ihr im Nachhinein Geschichten und Gedichte zusendete. Aus einem entstand dieses wunderbar berührende Lied.

Vor über 20 Jahren wurde „Irish Stew“ gegründet und 2024 wurden sie beim „42. Deutscher Rock & Pop Preis“ in der Sonderkategorie im „Bereich Folkrock“ als eine der besten Folkrockbands ausgezeichnet. Sie verabschiedeten sich in Bielstein mit „Irish rover“ und „Dirty old town“ und luden noch ein zu einem Termin ganz in der Nähe - am 8. Mai 2026 spielen sie im „Kabelmetall“ in Windeck. Das Besondere dabei sind Schülerinnen und Schüler des Bodelschwing-Gymnasiums Herchen, die eine Choreografie im Stile des Irish Soft Shoe Dance erarbeiten und bühnenreif präsentieren werden. Im Burghaus geht es erst mit dem Herbstprogramm weiter - den Auftakt macht am 24. September die Band „Take On Me“. Allerdings bietet der Kulturkreis Wiehl vorher noch ein mittlerweile traditionelles Event an. Am 13. Mai findet der „Musikalische Kneipenbummel“ mit Live-Musik in vielen Wiehler Kneipen statt. Karten für diese Veranstaltung und für das Herbstprogramm unter https://www.kulturkreis-wiehl.de/veranstaltungen/

Vera Marzinski